Jede dritte Frau Opfer von Gewalt: LINKE fordert Bundesgesetz zur Finanzierung von Frauenhäusern

Die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik führt allein 2015 über 100.000 Gewalttaten von Männern gegen ihre Partnerinnen auf. Die tatsächliche Zahl ist weitaus größer. Immer noch zögern Frauen aus Angst oder Scham, Anzeige gegen ihre Partner wegen körperlicher Misshandlung zu stellen.  Gewalt gegen Frauen ist weltweit die häufigste Menschenrechtsverletzung. Jede 3. Frau weltweit war bereits Opfer von Gewalt, wurde geschlagen, zu sexuellem Kontakt gezwungen, vergewaltigt oder in anderer Form misshandelt.
 Mit 63.707 Personen lebte die Hälfte (50,0%) der von den im Jahr 2015 von versuchten oder vollendeten Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Bedrohung und Stalking betroffenen Opfern der Partnerschaftsgewalt im gemeinsamen Haushalt mit dem Tatverdächtigen.
18.000 Frauen finden jährlich Schutz in Frauenhäusern - ebenso viele müssen abgelehnt werden. Mich erschüttert es, zu hören, eine Frau mit vier Kindern in sieben Bundesländern keinen Platz bekam, weil die personellen und finanziellen Kapazitäten der Frauenhäuser völlig überlastet sind. Damit muss Schluss sein – Frauen in solchen psychischen und physischen Notsituationen muss direkt geholfen werden:  eine bundesweite Finanzierung von Frauenhäusern ist unumgänglich.
Ich fordere  Familienministerin Schwesig und Bundessozialministerin Nahles auf, eine einheitliche gesetzliche Regelung zur bundesweiten Finanzierung von Frauenhäusern vorzulegen.  Das ist eine Frage der Verantwortung und des Respekts gegenüber Frauen, deren Kindern und auch den Beschäftigten in den Einrichtungen.
Betroffene und Helfende hofften auf Besserung und Hilfe nach der 2011 unterschriebenen Istanbul- Konvention, die für den Schutz von Frauen vor Gewalt in allen Formen sorgen soll. Die Ratifizierung steht bis heute in Deutschland immer noch aus. Das ist ein Armutszeugnis für die schwarz-rote Bundesregierung. DIE LINKE fordert deshalb auch die unmittelbare Ratifizierung der Konvention, um endlich das Leid der Opfer und deren Angehörigen aufzufangen. Das sind wir den Opfern häuslicher Gewalt, ihren Kindern und den Beschäftigten schuldig, die tagtäglich mit Gewalt und Angst konfrontiert sind.“
Am 14. Februar finden auf der ganzen Welt Aktionen der Kampagne „one billion rising“ statt, um auf das Problem aufmerksam zu machen.

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